Was uns bewegt

Sieht so Integration aus?!

Im Laufe des ersten Schulhalbjahres kommen, unter anderem, zwei neue Schüler in unsere Grundschule. Ein Mädchen, das die erste Klasse besucht, ihr Bruder kommt in die vierte Klasse. Das Heimatland dieser beiden Kinder ist Weißrussland.

Beide finden sich rasch im Schulalltag zurecht. Sie geben sich große Mühe, die deutsche Sprache zu lernen, finden neue Freunde in ihren Klassen und nehmen auch am außerschulischen Leben in der Gemeinde teil. Sie besuchen den Kindergottesdienst, wirken beim Krippenspiel der Kirchengemeinde mit und bringen sich bei der Adventsfeier der Schule aktiv ein.

Auch ihre Eltern machen von dem Angebot Gebrauch, in der Schule Deutsch zu lernen. Hierfür kommt die Mutter einer unserer Schüler mehrmals pro Woche, um diesen Kindern, wie auch den Schülern aus Griechenland und Syrien, Deutschunterricht zu erteilen. All das erfolgt auf freiwilliger Basis.

Wir als Lehrkräfte sind dafür sehr dankbar, da es nicht einfach ist, neben dem Regelunterricht der deutschen Schüler sich auch im erforderlichen Maße um die Integrationskinder zu kümmern, zumal hierfür keine zusätzlichen Stunden zugeteilt werden können.

Im Laufe der Monate entwickeln sich auch Freundschaften innerhalb der Klasse. Eigentlich läuft alles bestens. Eigentlich!

Nun haben wir aber von den Eltern der weißrussischen Kinder erfahren, dass sie sehr bald in ihr sogenanntes Heimatland zurückkehren müssen! Was die Familie dort erwartet, wissen wir nicht. Eines aber ist sicher: Besser als es vor ihrer Flucht/Auswanderung nach Deutschland war, wird es bestimmt nicht!

Dies ist nicht nur für die Familie sehr schlimm, sondern auch für die Mitschüler und Freunde, die die Kinder hier gefunden haben.

Wie sollen wir nun unseren Schülern klar machen, dass es eben einfach so ist!

Bemüht euch nur zuerst, diesen Kindern zu helfen und hier Fuß zu fassen! Falls sie dann nach einer gelungenen Integration wieder weg müssen, dann ist es eben so!

Wir als Schulfamilie, d. h. Schüler, Lehrer, Eltern, Integrationshelfer und Sachaufwandsträger der Schule, können diese Abschiebung einfach nicht verstehen und schon gar nicht befürworten!

Wozu sämtliche Bemühungen aller Beteiligten, wenn am Ende alles doch umsonst war, und wir einer wirklich integrierten Familie nicht helfen können, dass sie bei uns eine neue Heimat bekommt?!

 

Die Schüler, Lehrkräfte, Eltern

und alle in unserer Grundschule engagierten Personen und Helfer